Zu Gast bei Gerhard Gerstberger: Wenn man bei Salvador Dali sagen müsste, hier sei eine Traumwelt im Wachzustand erlebt, festgehalten, fixiert, in einer sich natürlich gerierenden Farbenwelt, hier sei der Blick hinaus gegangen in eben eine Traumszenierie, hätte das Auge verlassen, so befinden wir uns bei Gerhard Gerstberger tatsächlich im Inneren, in der Dunkelkammer einer Traumwelt, einer Innenbühne: Requisitenraum zukünftig möglicher Produktionen. Hier ist Gerstberger der Impresario ungeborener Stars, einmaliger Momente, die allerdings ihres Stattfindens noch harren. Der Maler ist Impresario einer Welt möglicher Begegnungen, er präsentiert im subnuklearen Bereich des Nukleus "Ereignis" potentielle Elemente von Geschehnissen. Willkommen, Bienvenue, Welcome!

Wir betreten eine Art Kinematograph der Malerei, in dem sich so etwas wie filmische Vorhaben tummeln. Fraktale, aus denen Filme werden könnten. Filme, die nicht abbilden, Filme, die immer schon bei geschlossenem Objektiv stattfinden und stattfanden. Hier gruppiert es sich im Dämmerlicht des Balgenapparates optional. Teilnehmer dieses inneren Theaters ist der Beobachter Gerstberger, der jeweils vom Moment abhängig, dieses Huschen, diese Bewegung als Klavier erkennt oder als von der Decke herabspringen Wollendes, jedoch festgeklebt mit einem Streifen aus einer chinesischen Zeitung. Streiflichtgebremstes Sprungvorhaben, könnte man sagen. Kurz danach erscheint dasselbe Ereignisteilchen wässrig als grauer Pinselstrichmensch auf Hocker, in leicht depressiver Präexistenz.
 
Ein mächtiger Zyklus ist hier entstanden. Seit mehreren jahren erzählt sich das so fort, ein Band, das sich entrollt und für einen immer neuen Text empfiehlt, das im Auge des Betrachters sein Arrangement bewirkt, sich vollendet in einem anderen Balgenapparat. Traumpost. Unterirdische Paketzustellung, an Donnerstagen mit Klavierbegleitung.
Großartig! Absolut außergewöhnlich!